Ihr Draht zu uns: (030) 88 66 87 0

Aus der nächsten Überarbeitung der Einkommensteuer-Richtlinien soll sich ergeben, dass Computerprogramme bis 800 EUR netto ab 2018 prinzipiell sofort als GWG abgeschrieben werden dürfen.

Die steuerrechtliche Behandlung von Computerprogrammen im Rahmen der GWG-Grenzen-Anpassung auf 800 EURO 

Am 27. April 2017 wurde ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem eine Erhöhung der Grenze für die sofortige Abziehbarkeit von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) auf 800 EURO zum 1.1.2018 vorsieht. In diesem Kontext stellt sich bei den Steuerexperten von Aust und Partner die Frage, wie Computerprogramme zukünftig steuerrechtlich zu behandeln sind. Ihre Einordnung als GWG war bei der zurzeit noch geltenden GWG Grenze von 410 EURO zwischen Finanzverwaltung und dem Bundesfinanzhof (BFH) anhaltend streitig. Eine Antwort im Rahmen von Abgeordnetenfragen lässt erwarten, dass die erhöhte GWG-Grenze ab 2018 auch für Computerprogramme gelten wird. Aust und Partner stellen Ihnen die Rechtslage im Folgenden vor. 

Computerprogramme im Steuerrecht
Per Definition ist ein GWG ein bewegliches, abnutzbares Wirtschaftsgut im Anlagevermögen, welches selbstständig genutzt werden kann. Die Frage, ob sogenannte Standardsoftware zu den GWG zählt, wird unterschiedlich beantwortet. Der BFH hat sich in ständiger Rechtsprechung dagegen ausgesprochen und betrachtet die entsprechende Software als immaterielles Wirtschaftsgut. In einigen Urteilen des BFH wurde offen gelassen, ob man sich seitens des Bundesgerichtshofes nicht doch der Auffassung der Finanzverwaltung zu der Frage anschließen können. 
Diese betrachtet Standardsoftware als Trivialprogramme, für die aus Vereinfachungsgründen die Vorschriften zu geringwertigen Wirtschaftsgütern anwendbar sind. Sie hatte diesen Sachverhalt in den Einkommensteuerrichtlinien in R 5.5 Abs. 1 Satz 3 EStR 2012 so geregelt, dass die genannten Trivialprogramme in Höhe von 410 EUR an die Grenze für die Bewertungsfreiheit von GWG nach § 6 Abs. 2 EStG angelehnt wurden. Soll diese Regelung nach der Erhöhung der GWG-Grenze auf 800 EURO müssten die Einkommensteuer-Richtlinien entsprechend angepasst werden. Genau dieser Punkt war Gegenstand einer spezifischen Abgeordnetenanfrage. Wenn Sie weitere Fragen zur Trivialsoftware und deren steuerrechtlicher Behandlung haben, stehen Ihnen Aust und Partner zur Verfügung. 

Anpassung der Einkommensteuerrichtlinien geplant
Erfreulicherweise sollen die Einkommenssteuerrichtlinien tatsächlich angepasst werden, wie die Antwort auf die Nachfrage des Abgeordneten erkennen lässt. (Vergleiche dazu BT-Drs. 18/12750 v. 16.6.2017 S. 21.) Die Anpassung soll dabei mit der nächsten Überarbeitung erfolgen. Man darf gespannt sein, ob der BFH jetzt seinen Widerstand gegen die Einordnung der Software als GWG endgültig aus Gründen der Vereinfachung aufgeben wird. Aust und Partner werden über weitere Entscheidungen dazu berichten. 

Auch die sogenannte Poolabschreibung auf Basis von § 6 Abs. 2a EStG wird in den ab 2018 geltenden Vorschriften beibehalten. Bei dieser Möglichkeit der Abschreibung, die auch als Sammelabschreibung bezeichnet wird, können verschiedene GWG, die in einem Geschäftsjahr erworben wurden, über 5 Jahre mit 20 % linear abgeschrieben werden. Ab 2018 kann der Steuerpflichtige diese Abschreibungsform auf GWG anwenden, deren Wert zwischen 250,01 und 1.000 EURO netto beträgt. Lassen Sie sich zu Fragen der Poolabschreibung von Aust und Partner beraten.

Steuerrechtliche Behandlung von Computersoftware ab 1.1.2018
Computerprogramme können ab 2018 bis zu einem Wert von 800 Euro sofort abgeschrieben werden. Lassen Sie sich zum Thema Abschreibung allgemein umfassend von Aust und Partner beraten.