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Geschenke

Begriff
Geschenke sind unentgeltliche Zuwendungen, die – aus Sicht beider Beteiligter – nicht als
Gegenleistung für eine bestimmte Leistung des Empfängers gedacht sind und nicht in unmittelbarem
zeitlichem oder wirtschaftlichem Zusammenhang mit einer solchen Leistung stehen.
Zuwendungen können in unterschiedlichster Form aus unterschiedlichen Gründen an unterschiedliche
Empfänger geleistet werden. Geschenke, die nicht an Arbeitnehmer des Stpfl. gehen
(z. B. an Kunden, Geschäftsfreunde), gehören zu den nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben,
wenn sie im Veranlagungszeitraum je Empfänger insgesamt 35 € übersteigen.

Behandlung beim Beschenkten
Erfolgt die Schenkung in das Betriebsvermögen des Beschenkten, so liegt eine steuerpflichtige
Betriebseinnahme vor, wenn nicht der Schenker dem Beschenkten von der Übernahme der pauschalen
30 %-Steuer unterrichtet hat.
Die Pflicht zur Versteuerung kann in folgenden Fällen entfallen: Laut der Oberfinanzdirektion
Frankfurt (Az. S 2297b A-l St 222) müssen Unternehmer Aufmerksamkeiten an Geschäftspartner
aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses, die den Betrag von 40,00 € inklusive
Umsatzsteuer nicht übersteigen, weder der pauschalen Besteuerung noch der Besteuerung beim
Empfänger unterwerfen. (Beispielsweise: Schenkung eines Blumenstraußes zum Geburtstag)

Wahlrecht des Schenkers
Der Schenker kann die Einkommensteuer, die beim Beschenkten anfallen würde, einheitlich für
alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten betrieblich veranlassten Geschenke, die nicht in
Geld bestehen, mit einem Pauschsteuersatz von 30 % besteuern.
Bemessungsgrundlage der pauschalen Einkommensteuer sind die Aufwendungen des Schenkers
einschließlich Umsatzsteuer.
Die Pauschalisierung ist ausgeschlossen soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr
oder wenn die Aufwendungen für die einzelne Zuwendung den Betrag von 10.000,00 €
übersteigen. Die Pauschalierung ist auch ausgeschlossen bei Streugeschenken (unter 10,00 €).
Die pauschal besteuerten Sachzuwendungen bleiben bei der Ermittlung der Einkünfte des
Empfängers außer Ansatz. Der Steuerpflichtige hat den Empfänger von der Steuerübernahme zu
unterrichten.
Mit dieser pauschalen Besteuerung soll die Besteuerung von Betriebseinnahmen beim Beschenkten
vermieden werden. Deshalb sind bei der pauschalen Besteuerung nur solche Geschenke
mit einzubeziehen, die beim Beschenkten zu einer Betriebseinnahme führen würden.

ACHTUNG: Dies kann das Finanzamt beim Beschenkten nachprüfen!


Aufzeichnungen
Aufwendungen sind einzeln und getrennt (gesondert) von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen. Aufzeichnen bedeutet, dass die Aufwendungen schriftlich festgehalten und in einem
besonderen Konto gebucht werden. Durch die Verpflichtung der einzelnen und gesonderten
Aufzeichnungen soll die Prüfung der Abziehbarkeit leicht und sicher möglich sein.

Werden vorgenannte Aufwendungen nicht ordnungsgemäß aufgezeichnet, besteht keine Abzugsfähigkeit. Beim Einreichen der Unterlagen für die steuerliche Bearbeitung ist deswegen durch den Mandanten auf Geschenke besonders hinzuweisen.